Der hl. Johannes
Bosco hat der Kirche und der Menschheit als Erbe seine Heiligkeit
geschenkt, die sich in seiner großen Gottesliebe und in
seiner Ganzhingabe an die Jugend (Nächstenliebe) zeigte.Damit
sein Projekt mit seinem eigenen Tode nicht stirbt, gründete
er
* die Salesianer (SDB, 1859),
* die
Vereinigung Mariens,
der Helferin
(ADMA, 1869)
* die Töchter Mariens, der Helferin der Christen
(FMA, 1872)
* die
Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter (SMDB,
1876).
Diese sollten
sein Werk für die Jugend der Welt fortsetzen, indem sie
den salesianischen Geist und das
Präventivsystem
lebendig erhalten, das seine erzieherische Erfahrung darstellt.
Das Präventivsystem
ist weder ein Büchlein noch eine pädagogische Abhandlung...sondern
erfolgreiche Praxis.
Es kann für
diejenigen Modell und Anregung sein, die heute damit beschäftigt
sind, die Erinnerung einer Erfahrung zu gebrauchen; denn sie
ist fähig, sich den veränderten Lebensbedingungen der
Jugendlichen anzupassen.
Diese Erfahrung
brachte und bringt auch heute gute Früchte hervor: ihre
ursprünglich evangelische Inspiration ist ihr hauptsächlicher
Beweggrund" (Don
Egidio Viganò, 7. Nachfolger Don Boscos als Generaloberer
der Salesianer Don Boscos).
Don Bosco schrieb:
Zu allen
Zeiten wurden in der Jugenderziehung zwei Systeme angewendet:
das Präventiv- und das Repressivsystem. Das Repressivsystem
besteht darin, dass man den Untergebenen das Gesetz bekanntgibt
und dann seine Befolgung überwacht, um die Übertreter
festzustellen und sie, falls nötig, gebührend zu bestrafen....
Verschieden
und - ich möchte sagen - entgegengesetzt ist das Präventivsystem.
Es besteht darin, die Vorschriften und die Ordnung eines Instituts
bekanntzugeben und dann die
Jugendlichen so zu
überwachen, dass auf ihnen immer das achtsame Auge des Direktors
oder der Assistenten ruht. Wie gütige Väter sollen
sie mit ihnen sprechen, immer als Wegweiser dienen, gute Ratschläge
erteilen und sie liebevoll zurechtweisen. Mit einem Wort: Man
macht es von vornherein unmöglich, dass die Jugendlichen
Fehltritte begehen können.
Dieses System stützt sich
ganz auf die
* Vernunft,
*
Religion
und *
Liebenswürdigkeit.
Deshalb schließt
es jede gewaltsame Züchtigung aus und sucht, auch leichtere
Strafen zu vermeiden. Es scheint, dass dieses System zu bevorzugen
ist."
Und dann gibt
Don Bosco die Gründe für diesen Vorzug an, wobei er
diese nicht aus pädagogischen Lehrbüchern schöpft,
sondern aus seiner mehrjährigen Erfahrung als Erzieher.
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..."VATER
UND LEHRER DER JUGEND" |
Aufgrund seiner
langen Tätigkeit für die Jugendlichen, denen er seine
Zeit, seine Intelligenz und Erfahrung, mit einem Wort sein ganzes
Leben geschenkt hat, wurde Don Bosco immer schon als Heiliger der
Jugend" bezeichnet. Anlässlich
seines 100. Todestages im
Jahre 1988 erklärte Papst
Johannes Paul II. ihn in seinem Brief Iuvenum Patris"
(Vater der Jugendlichen) im Namen der ganzen Kirche zum Vater und Lehrer der Jugend".
Wir zitieren
aus diesem Brief einige besonders bedeutsame Stellen:
Seine Gestalt
als Heiliger reiht ihn mit seiner Originalität unter die
großen Gründer von Ordensinstituten in der Kirche
ein.
*Er ragt in vielfacher
Hinsicht heraus: *er ist der Initiator
einer wahren Schule neuer und anziehender apostolischer Spiritualität;
* er ist der Förderer
einer besonderen Verehrung Marias als Hilfe der Christen und
Mutter der Kirche; * er ist der Zeuge für einen mutigen und loyalen
Sinn für die Kirche, der sich in heiklen Vermittlungen bei
den damals schwierigen Beziehungen zwischen Kirche und Staat
zeigt; *
er
ist der zugleich realistische und praktische Apostel, offen für
das, was die neuen Entdeckungen erbrachten; * er ist der eifrige Organisator der
Missionen mit wahrhaft katholischem
Gespür;
* er ist ganz besonders
das Beispiel für eine bevorzugte Liebe zu den Jugendlichen,
zumal den am meisten bedürftigen, zum Wohl der Kirche und
der Gesellschaft; *
er
ist der Meister einer wirksamen und genialen pädagogischen
Praxis, die er als kostbares, zu hütendes und zu entfaltendes
Geschenk hinterlassen hat....
Für den hl. Giovanni
Bosco, den Gründer einer großen geistlichen Familie,
kann man feststellen, dass der besondere Zug seiner Genialität
sich mit jener Erziehungspraxis verbindet, die er Das Vorbeugende
System' nannte.
Dies
stellte in gewisser Weise den Kern seiner pädagogischen
Weisheit dar und bildet die prophetische Botschaft, die er den
Seinen und der ganzen Kirche hinterlassen hat, und für die
er auch von seiten
zahlreicher Erzieher und Fachpädagogen
Aufmerksamkeit und Anerkennung fand....
In der Kirche und in
der Welt ist die integrale Sicht der Erziehung, wie wir sie in
Giovanni Bosco leibhaftig vor uns sehen, eine realistische Pädagogik
der Heiligkeit. Es ist dringend nötig, den echten Begriff
von Heiligkeit wiederzugewinnen, nämlich als Lebensbestandteil
bei jedem Gläubigen.
Die ursprüngliche
und kühne Forderung einer Heiligkeit im Jugendalter ist
der Erziehungskunst dieses großen Heiligen innerlich zu
eigen, den man mit Recht als
Meister der Spiritualität
für Jugendliche' bezeichnen
kann.
Sein besonderes
Geheimnis lag darin, dass er die tiefen Sehnsüchte der Jugendlichen
(nach Leben, Liebe, innerer Weite, Freude, Freiheit und Zukunft)
nicht enttäuschte und sie zugleich schrittweise und realistisch
erfahren ließ, dass nur im Leben der Gnade, also in der
Freundschaft mit Christus, die echtesten Ideale voll zu verwirklichen
sind."