Maria
lädt uns ein, den Frieden des Herzens zu bezeugen
Der Monat Januar ist für
die ganze Salesianische Familie eine besondere Zeit, vor allem
weil wir unseres Vaters und Gründers Don Boscos gedenken.
Der Generalobere lädt uns in seinem Leitgedanken ein, die
Jugendlichen zum Sendungsauftrag unseres Lebens zu machen, in
dem wir den Vater und Lehrmeister der Jugend studieren und nachahmen.
"Im Hinblick auf die Bedürfnisse und Anforderungen
der Jugendlichen stellt Gott an jedes Mitglied der Salesianischen
Familie die Bitte, sich selbst für sie zu opfern.
Die Sendung zu leben ist nicht
leerer Aktivismus, sondern vielmehr unser Herz dem Herzen des
Guten Hirten gleichförmig zu machen, der nicht will, dass
eines seiner Schafe verloren gehe
Es ist tröstlich
zu sehen, wie sich in der ganzen Welt die Salesianische Familie
für die ärmsten Jugendlichen einsetzt: Die Straßenjungen,
die Emigrantenjungen, die Lehrlinge, die Kindersoldaten, die
Arbeiterjugend, die Vollwaisen, die ausgebeuteten Jugendlichen;
aber ein liebendes Herz ist immer ein fragendes Herz.
Auch heute, oder besser gesagt,
gerade heute stellt Don Bosco an uns Fragen. Durch die Kenntnisse
einer Geschichte müssen wir die Fragen Don Boscos hören,
die er an uns richtet. Was können wir noch mehr tun für
die armen Jugendlichen? Wo sind neue Handlungsfelder in dem Land,
in dem wir leben? Haben wir Ohren, um den Schrei der Jugendlichen
heute zu hören? Welche anderen Umstände außer
der bereits zitierten Armut erschweren heute den Jugendlichen
ihren Weg? Wo müssen wir uns ganz neu einbringen? Denken
wir nur an die Familien, an die Erziehungsbedürfnisse, an
die fragwürdige Sexualerziehung, an das fehlende politische
und soziale Engagement, an den Rückzug des persönlichen
Lebens ins Private, an die geistlichen Defizite, an das Unglück
so vieler Jugendliche. Hören wir den Schrei der Jugendlichen
und reagieren wir auf ihre notwendigsten und tiefsten Bedürfnisse,
auf ihre konkreten und ihre geistlichen".
Als Vereinigung Marias, der
Helferin der Christen, wollen wir beten, damit das Herz jedes
Menschen, besonders der Jugendlichen den göttlichen Frieden
erfahren darf, den Jesus uns gebracht hat und den niemand zerstören
kann. Maria hilft uns, den Frieden zu wahren, den Gott jenen
gibt, die ihn lieben und den niemand zerstören kann. Wir
sind eingeladen, die Taufgnade zu leben, die nicht etwas Vergangenes
oder eine rituelle Formalität war, sondern vielmehr ein
sakramentales Zeichen der Liebe Gottes für jeden von uns
und ein Aufruf, diese Liebe zu bezeugen. Maria hilft uns Ja zu
sagen, damit wir Samenkorn eines neuen Menschseins werden, der
Trieb eines neuen Baumes, der seine Äste in die ganze Welt
hinausstreckt. Um Wegbereiter dieses neuen Menschseins zu werden,
müssen wir zunächst um Vergebung unserer Schuld bitten,
damit unser Herz rein werde, frei von jeder Sünde und um
reine Augen bitten, um den Weg Gottes zu erkennen und zu gehen.
Wir müssen unser Trachten
auf Gott ausrichten, damit seine Liebe in uns wachsen und wohnen
kann. Wir müssen jedes einzelne Hindernis ausmerzen: alles,
was unsere Sichtweise eingrenzt und was unseren freien Willen
schwächt. Wir brauchen den Mut, nicht unseren, sondern seinen
Weg zu wählen, nicht unseren, sondern seinen Willen zu tun
und jenen Auftrag anzunehmen, den er uns durch seine allmächtige
Liebe zuteilt. Wir müssen uns zur Entscheidung durchringen,
unseren widerspenstigen Willen dem Seinen unterzuordnen und die
gegenwärtige Zeit bewusst zu leben. Nur so werden wir die
Liebe Gottes verstehen und werden wir die ausgebreiteten Hände
Marias sein, für jene Menschheit, die nach Gott und den
wahren Frieden, den nur er geben kann, dürstet.
Möge Don Bosco für
uns alle eintreten, damit uns das große Abenteuer gelingt,
das er selber gelebt und das er uns als wertvolles Erbe zum Heil
der Jugend hinterlassen hat.
Lucca
Tullio, Präsident
Don Pierluigi Cameroni SDB, Geistlicher Leiter
AUSBILDUNGSWEG
2011-2012
5. Maria
Ausiliatrice und die Gründung der salesianischen Kongregation
(Don Pierluigi Cameroni)
Der Heilige Geist erweckte
unter der mütterlichen Mitwirkung Marias Don Bosco zum Apostel
der Jugendlichen und zum Gründer eines neuen Charismas der
Kirche. Die Jungfrau Maria nimmt im Leben Don Boscos einen außerordentlichen
Platz ein: Maria hat im Leben Don Boscos so sehr gewirkt, wie
bei kaum einem anderen Gründer, mit ihrer mütterlichen
Fürsorge während seines ganzen Lebens, mit ihrer Fülle
und Größe bei seinen Unternehmungen, mit ihrer Hilfe
bei seinen Werken. Darum reifte in Don Bosco immer mehr die Überzeugung,
die sich später in sein Leben einwurzelte: Maria ist eine
lebendige Person, die aktiv in die Geschichte und in das Leben
der Menschen eingreift, vor allem auf schützende Weise.
Der Glaube Don Boscos an den auferstandenen Christus, der in
der Liebe zur Eucharistie seinen Ausdruck findet, war begleitet
von jenen in Maria als lebendige und helfende Frau im Leben der
Kirche, bei seinem Berufungstraum und bei seinem pastoralen Auftrag.
Bedenkenswert ist eine Aussage von Don Josef Aubry, ein großer
Kenner der salesianischen Spiritualität: "Wir sind
uns bewusst, dass die Marienverehrung Don Boscos zu einem Zehntel
aus seinem tiefsten Herzen kam und die Frucht einer profunden
marianischen Erziehung war; zu neun Zehntel aber war sie die
Antwort auf die zahlreichen Initiativen Marias, mit denen sie
auf unterschiedliche Weise in seinem Leben gewirkt hat"
(J. AUBRY, Apostoli salesiani con Maria, in A. PEDRINI, La Madonna
dei tempi difficili, LAS Roma, 1980 p. 137).
MARIA, DIE
GUTE HIRTIN -
Am Anfang des Berufungs- und
Sendungsweges Don Boscos zeigt sich Maria als Gute Hirtin der
Jugendlichen. Ihr erstes Eingreifen ist zweifelsohne im Traum
des neunjährigen Giovannino Bosco zu sehen, der von Christus,
dem Guten Hirten, seinen Sendungsauftrag erhält, das besondere
Feld seiner Mission, die besondere Art seines pastoralen und
erzieherischen Vorgehens, Güte und Liebe. Und Jesus gibt
dem kleinen Giovannino Maria als Lehrmeisterin und Gute Hirtin
zur Seite, die ihrerseits Giovannino das zukünftige Arbeitsfeld
zeigt.
Das salesianische Wirkungsfeld
wird von Beginn an vom Guten Hirten und der Guten Hirtin ausgewiesen.
Dieser Traum wird sich des öfteren mit immer neuen Einzelheiten
wiederholen: "Am zweiten Oktobersonntag dieses Jahres (1844)
musste ich meinen Jungen mitteilen, dass das Oratorium nach Valdocco
verlegt würde. Aber die Ungewissheit über den Ort,
die Mittel und die Personen lasteten äußerst schwer
auf mir. Am Vorabend ging ich mit einem recht unruhigen Herzen
zu Bett. In dieser Nacht hatte ich einen neuerlichen Traum, anscheinend
eine Fortsetzung desjenigen, den ich mit neun Jahren in Becchi
geträumt hatte. Ich halte es für gut, ihn ausführlich
darzulegen.
Ich träumte, ich sähe
mich mitten unter einer Menge von Wölfen, Ziegen und Böckchen,
Lämmern, Schafen, Hammeln, Hunden und Vögeln. Alle
zusammen machten einen Krach, ein Getöse oder besser einen
Höllenlärm, dass es auch den Allermutigsten Angst gemacht
hätte. Ich wollte weglaufen, als eine sehr schön in
einem Hirtengewand gekleidete Dame mir ein Zeichen gab, dieser
seltsamen Herde zu folgen und sie zu begleiten, während
sie vorausging. Wir kamen durch verschiedene Orte und hielten
dreimal an. Bei jedem Aufenthalt verwandelten sich viele dieser
Tiere in Lämmer, deren Zahl dadurch immer größer
wurde. Nachdem wir weit gegangen waren, befand ich mich auf einer
Wiese, wo diese Tiere gemeinsam herum sprangen und weideten ohne
dass eines dem anderen zu schaden versuchte.
Von Müdigkeit überwältigt,
wollte ich mich neben einer nahen Straße niedersetzen,
aber die Hirtin lud mich ein, die Wanderung fortzusetzen. Nach
einem weiteren kurzen Wegstück fand ich mich auf einem weiten,
von einem Säulengang umgebenen Hof wieder, an dessen äußeren
Ende sich eine Kirche befand. Nun bemerkte ich, dass vierfünftel
der Tiere zu Lämmern geworden waren. Ihre Anzahl wurde riesengroß.
In diesem Augenblick kamen einige junge Hirten herbei, um sie
zu hüten. Aber sie hielten sich nur kurz auf und gingen
bald wieder fort. Dann geschah ein Wunder: Viele Lämmer
verwandelten sich in junge Hirten, die sich in immer größerer
Zahl um die anderen kümmerten.
Als die Zahl der jungen Hirten
sehr anstieg, teilten sich diese auf und gingen anders wo hin,
um andere seltsame Tiere zusammen zu holen und in andere Ställe
zu führen. Ich wollte fortgehen, weil es mir an der Zeit
schien, mich zur Messfeier zu begeben, aber die Hirtin lud mich
ein, nach Süden zu schauen. Ich schaute und erblickte ein
Feld, auf dem Mais, Kartoffeln, Kohl, Rüben, Salat und viele
andere Gemüsearten angepflanzt waren. "Schau noch einmal",
sagte sie zu mir, und ich schaute noch einmal hin. Nun erblickte
ich eine herrliche hohe Kirche. Ein Orchester, Instrumentalmusik
und Gesang luden mich ein, ein Hochamt zu singen.
Im Inneren dieser Kirche befand
sich ein weißes Band, auf dem mit riesigen Buchstaben geschrieben
stand: Hic domus mea, inde gloria mea. Der Traum ging weiter,
und ich wollte die Hirtin fragen, wo ich mich befände, was
mit diesem Weg, mit den Aufenthalten, mit jenem Haus, der Kirche
und dann mit dieser anderen Kirche ausgesagt werden sollte. "Du
wirst alles verstehen, wenn du mit deinen eigenen Augen all das
verwirklicht siehst, was du jetzt im Geiste schaust." Aber
da es mir schien, ich sei wach, sagte ich: "Ich sehe deutlich,
und ich schaue mit meinen eigenen Augen, ich weiß, wohin
ich gehe und was ich tue." In diesem Augenblick ertönte
die Glocke zum Ave Maria von der Kirche S. Francesco, und ich
wurde wach (GIOVANNI BOSCO, Memorie dell'oratorio di S. Francesco
di Sales dal 1815 al 1855; Introduzione, note e testo critico
a cura di ANTONIO DA SILVA FERREIRA, Roma LAS, 1991 pp. 129-139).
Auf diese Weise wuchs in Don
Bosco immer mehr die Überzeugung der Gegenwart Marias in
seinem Werk und in der Gründung der Kongregation und auch
die schwere Verantwortung, die ihm auferlegt war, so dass er
bemerkte: "Die Jungfrau Maria hat mir in einem Traum mein
Arbeitsfeld gezeigt, in dem ich arbeiten soll. Ich besaß
also das Bild von einem Plan, weise vorausgedacht, von dem ich
mich in keiner Weise distanzieren konnte und wollte. Ich fühlte
mich gänzlich verantwortlich für den Ausgang dieses
Planes. Ich sah ganz deutlich die Abfolge dessen, was ich versuchen
sollte, die Mittel derer ich mich bedienen sollte, um ihn zu
verwirklichen. Ich konnte und wollte mich nicht dem Risiko aussetzen,
diesen Plan zu verwirken, indem ich ihn der Willkür des
Urteils und des Willens anderer unterstellte" (MB III 247).
MARIA IMMACULATA
-
In der Folge brachte das kirchliche
Klima in den Jahren um 1850 Don Bosco dazu, Maria als Immaculata
zu verehren: als Mutter zu betrachten, aber auch sie anzurufen,
sie nah und wirkmächtig zu erfahren. Und Maria griff ein,
indem sie Don Bosco verstehen ließ, welches Privileg er
in der Ausübung seiner Sendung habe. Die Immaculata schickte
Don Bosco am 8. Dezember 1841den ersten Jugendlichen, arm und
verlassen, Bartolomeo Garelli, und nach einem inbrünstig
gebeten Ave Maria begann Don Bosco mit ihm sein Jugendwerk. Don
Bosco sah diese Begegnung immer als eine Initiative der Madonna
und das Fest der Immaculata als einen besonderen Tag der Gnade
an: "Übrigens sind wir alle Schuldner der Maria und
alle unsere größten Unternehmungen fanden ihren Ausgang
und ihre Erfüllung am Tag der Immaculata." (MB XVII
510). Am 8. Dezember 1854, dem Tag der feierlichen Proklamation
des Dogmas Maria Immaculata, gründete ein anderer Jugendlicher,
Dominkus Savio, der wenige Monate zuvor ins Oratorium in Valdocco
eintrat, das Immaculata-Bündnis, aus dem die ersten Salesianer
hervorgehen werden: Am 18. Dezember 1859, dem Tag der Gründung
der Kongregation, legen 16 Jugendliche mit Don Bosco ein Versprechen
ab, 15 von ihnen kommen aus dem Immaculata-Bündnis. Die
salesianische Kongregation hat ihr Fundament in den Wurzeln des
Oratoriums von Valdocco, von denen Jugendliche Don Bosco ihre
Zusammenarbeit zusichern. Die Gegenwart von Maria Immaculata
im Gründungswerk der Salesianischen Kongregation ist von
der Vorsehung vorherbestimmt: "Die Gute Hirtin möchte
zu verstehen geben, dass das Erziehungswerk das Meiden der Sünde
voraussetzt, um in der Gnade Gottes zu leben und zu wachsen,
und dass die Erzieher selbst in Reinheit leben müssen, damit
sie verfügbare und glaubwürdige Erzieher sind. Tatsächlich
erscheint Maria Immaculata für Don Bosco
als ständige
Siegerin, der ihr die Rolle der Streiterin im Reich Gottes und
in der Erziehungsarbeit zuweist: Sie ist es, die nicht aufhört,
der Schlange den Kopf zu zertreten" (J. AUBRY, Apostoli
salesiani con Maria, in A. PEDRINI, La Madonna dei tempi difficili,
LAS Roma, 1980 p. 140).
MARIA, DIE
HELFERIN DER CHRISTEN -
In den Jahren um 1860 nimmt
das Bild der Guten Hirtin - Immaculata immer mehr die Züge
der Helferin an: eine Verehrung, die Don Bosco in den nächsten
25 Jahren begleiten wird und die am Ursprung der weltweiten Ausdehnung
der Kongregation und des salesianischen Werkes steht. Die Madonna
erhält auf diese Weise in den Augen Don Boscos immer mehr
ihre endgültige Verehrungsform, jene der Helferin, die am
Anfang seiner Berufung stand, die die Lehrmeisterin und Leiterin
für eine große kirchliche Mission war. In den Jahren
1865-75 wurde die Salesianische Kongregation approbiert, wurde
die Vereinigung der Verehrung Marias, der Helferin der Christen
und das Institut der Töchter Marias, der Helferin der Christen,
gegründet. Bald eröffnet sie auch die Missionstätigkeit,
den Eintritt der Salesianischen Kongregation in andere Länder
Europas und bewirkt die Organisation der Mitarbeiter. Maria,
die Helferin, führt in diese weltweite Ausbreitung, indem
sie die kirchliche Bedeutung verstehen lässt. Don Bosco
war überzeugt, dass seine Initiativen von Gott gewollt waren
und dass ihm die Madonna, die Führerin, seit seinem ersten
Traum, den göttlichen Willen in den konkreten Umständen
zeigte, ihn inspirierte und ihm den nötigen Mut verlieh,
alle Beschwernisse und Opfer anzunehmen, die sein Weg mit sich
brachte.
"MARIA
IST DIE GRÜNDERIN UNSERER WERKE UND WIRD SIE ERHALTEN"
(MB VII, 334),
und dies vor allem im Bezug
auf die Gründung der Salesianischen Kongregation. Nachdem
er 1864 das Dekretum Laudis erhalten hatte, wandte er sich eines
Abends an die ersten Salesianer und erzählte ihnen den Traum
von der Rosenlaube, den er 1847 hatte: "Ich habe euch schon
einige Male in Form von Träumen erzählt, wie sehr die
Madonna uns liebt und uns hilft. Ich habe euch das erzählt,
damit jeder von euch die Sicherheit hat, dass die Muttergottes
es ist, die unsere Kongregation will, und wir uns deshalb anspornen
müssen, mehr zur Ehre Gottes zu arbeiten. Deshalb erzähle
ich euch nicht bloß einen Traum, sondern was die Muttergottes
mir mitteilen möchte. Sie will, dass wir unser ganzes Vertrauen
in sie setzen" (MB III 32). Als 1875 die Konstitutionen
bereits endgültig vom Heiligen Stuhl approbiert waren, erzählte
Don Bosco Don Barberis und Don Lemoyne den Traum von dem Band,
den er 1845 hatte, als seine ersten Versuche scheiterten, Mitarbeiter
um sich zu scharen. Die Frau zeigte ihm ein weites Feld mit Jugendlichen,
auf dem das Haus von Valdocco entstehen sollte, und die große
Kirche, die am Ort des Martyriums der Martyrer der Thebaischen
Legion erheben würde und sie sagte: "- Willst du wissen,
warum sie dir nicht alle weglaufen? Nimm dieses Band und lege
es auf ihre Stirn. Ich nahm ehrfurchtsvoll das weiße Band
aus ihrer Hand und sehe, dass oben geschrieben stand: Gehorsam.
Ich verstand sofort, was mir die Frau sagen wollte und begann
einigen meiner freiwilligen Mitarbeiter das Band aufs Haupt zu
legen.
Sofort bemerkte ich eine wunderbare
Wirkung: Die Wirkung wurde immer größer, während
ich in meiner Sendung aufging und denen ich das Band umgebunden
hatte, blieben, um mir zu helfen. So wurde die Kongregation gegründet"
(MB II 299-300). In einer Predigt im Jahre 1868 sagte er zu den
Mitbrüdern: "Unsere fromme Gesellschaft ist eine der
letzen religiösen Kongregationen, aber wie keine andere
wurde unsere allein durch die Güte der Madonna gegründet
und deshalb können wir sagen, dass sie die Gründerin
und Mutter ist, von der Wurzel bis in unsere Tage" (MB IX
374).
Don Bosco war zutiefst überzeugt,
dass Maria, wie sie am Beginn der Kirche gegenwärtig war,
auch am Beginn unserer Kongregation wirkmächtig da war als
Initiatorin und Erhalterin. Auch in einer Unterredung am Fest
Maria Immaculata 1884 sagte Don Bosco zu seinen Söhnen:
"Unsere Kongregation wird fähig sein, Großes
zu leisten und sich auf der ganzen Welt zu verbreiten, wenn die
Salesianer sich immer treu der Regel verpflichtet wissen, die
ihnen von Maria gegeben wurde". Schließlich erschien
in Barcelona gegen Ende seines Lebens, in der Nacht vom 9. auf
den 10. April 1885, Maria Don Bosco aufs neue in der Gestalt
einer Hirtin und zeigte ihm die zukünftige Entwicklung der
Kongregation auf der ganzen Welt mit den Zentren in Chile, China,
Indien, Madagaskar und Afrika: "- Und wo finde ich so viele
Menschen und wie kann ich die Missionare in diese Orte schicken?
Dort sind wilde Menschenfresser; dort sind Ungläubige, dort
sind Verfolger? - Schau, antwortete die Hirtin, und sei guten
Willens.
Es gibt nur eines zu beachten:
trag meinen Söhnen auf, dass sie beständig die Tugend
der Muttergottes pflegen. - Ja, das habe ich gut verstanden.
Ich werde deine Worte weitergeben
Als der Heilige geendet
hatte, sagte er: Wie sehr liebt uns doch Maria! (MB XVII 73-74).
Als er einige Monate vor seinem Tod die einzige Messe in der
Herz-Jesu-Basilika in Rom am 16. Mai 1887 feierte, blickte er
lange auf das Bild der Helferin der Christen und erinnerte tief
bewegt und unter Tränen an seinen ersten Traum: " Ich
hatte ganz lebendig vor meinen Augen die Szene, die ich mit zehn
Jahren träumte. Ich sah und hörte die Mutter
- Damals sagte ihm die Madonna: - Zur rechten Zeit wirst du alles
verstehen" (MB XVIII 341). Wenn es war ist, dass Maria Don
Bosco bei der Gründung der Kongregation und der Salesianischen
Familie angeleitet und unterstützt hat, so ist es auch wahr,
dass Don Bosco die Verehrung zur Madonna immer lebendig gelebt
wissen wollte wegen ihres außergewöhnlichen Eintretens.
Wenn wir wahre Söhne Don Boscos sein wollen, werden auch
wir ihre mütterliche Hilfe immer erfahren und die Verehrung
Marias, der Helferin der Christen, verbreiten.
FEIERLICHER
WEIHEAKT DER SALESIANISCHEN KONGREGATION AN MARIA, DER HILFE
DER CHRISTEN (14. Januar
1984)
Wir Salesianer, vereint in
der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes,
beten mit dem Herzen Don Boscos,
jene grenzenlose Liebe an, die die Welt so sehr geliebt hat,
dass sie ihren Sohn hingab
und den Heiligen Geist sandte zur Rettung und Heiligung des Menschen.
Ehre sei dir, Vater des Erbarmens, und dir, Sohn und Erlöser,
und dir, Geist der Heiligung,
eins in der dreifaltigen Liebe, die uns rettet!
Wir loben dich, göttliche Dreieinigkeit, der du in unaussprechlicher
Weise Maria in das Heilswerk eingebunden hast,
die wir als Muttergottes und unsere Mutter anrufen.
Und du, Herr Jesus, Sohn Marias und erste Schöpfung der
neuen Welt,
gib uns deinen Geist, der in unseren Herzen dasselbe Feuer deiner
Liebe weckt.
Wir bitten dich, erneuere in uns dein Vermächtnis am Kreuz,
als du dem Apostel Johannes deine Mutter als Mutter anvertraut
hast.
Erneuere auch in jedem von uns jenes Wort: "FRAU, SIEHE
DEIN SOHN!",
damit wir mit "Maria im Hause" zu leben wissen.
Sie bleibe immer unter uns; sie nehme uns an der Hand
und sei unsere Helferin bei der Evangelisierung der "Kleinen
und der Armen".
Sie helfe uns, lebendige Steine in der Kirche zu sein, in Lebensgemeinschaft
mit dem Papst und den Bischöfen.
Sie erwirke uns ein hörendes Herz und apostolischen Eifer,
damit wir glaubwürdige Propheten der Hoffnung im dritten
Jahrtausend des christlichen Glaubens werden.
Sie erziehe uns zu pastoralem Eifer und durch Askese zu jener
Güte,
die uns zu Menschen des Dialoges und der Freundschaft macht,
vor allem unter den ärmsten Jugendlichen.
O Helferin der Christen, Mutter der Kirche, wir Salesianer Don
Boscos, WEIHEN UNS HEUTE DIR, persönlich und in Gemeinschaft,
deiner Güte und Fürsprache.
Wir vertrauen dir den kostbaren Schatz unserer Konstitutionen
an,
die Verpflichtung zur Treue und zur Einheit in der Kongregation,
die Heiligung ihrer Mitglieder,
die Arbeit aller, beseelt von einer Haltung der Verehrung im
Geist und im Leben,
die Frucht unserer Berufung, Verantwortung der Ausbildung,
den missionarischen Eifer, die Animation der Salesianischen Familie
und vor allem unseren großherzigen Dienst besonders bei
den Jugendlichen.
Wir rufen dich mit Freude an als "Lehrmeisterin und Führerin"
unserer Kongregation.
Wir bitten dich, nimm an diesen kindlichen Akt der Weihe
und gib, dass wir immer mehr teilhaben am Testament Jesu auf
Kalvaria:
durch Ihn, mit Ihm und in Ihm wollen wir unermüdlich leben
und arbeiten
zum Aufbau des Reiches Gottes.
Maria, Helferin der Christen, bitte für uns! Amen.
(Don Egidio Viganò)
SIZILIEN
- NEUER REGIONALRAT ADMA.
Nach der Wahl am 18. September
2011 übernahmen am 15. Oktober folgende ein neues Amt: Luigina
Ciaramella, Präsidentin; Rosario Russo, Vizepräsident
und Beauftragter für die Familienpastoral; Nerina Petitto,
Sekretärin; Giuseppe Auteri, Schatzmeister; Koordinatoren
für die Lokalgruppen in Sizilien: Nicola Burrascano, Maria
Grazia Fichera; Rosario Russo; Maria Canale.
GELA (CALTANISETTA
- ITALIEN) -
Kinderweihe an Maria Ausiliatrice.
Jedes Jahr findet am Fest Maria Immaculata und am Weihnachtsfest
eine Kinderweihe statt, bei der wir die Madonna um ihren besonderen
Schutz bitten. Die Feier beginnt mit einem Hinweis auf Mamma
Margherita, die ihren kleinen Giovannino Maria weihte und die
ihn lehrte sie zu verehren. Es folgt ein Wort an die anwesenden
Kinder (ca. 60), das Weihegebet, von einer Mutter vorgetragen,
und schließlich der Segen. Die Familien nahmen an zwei
Begegnungstreffen teil, bei denen es um die Notwendigkeit des
Gebetes in der Ehe und des Gespräches ging, um den gegenseitigen
Respekt, um miteinander wachsen zu können. An diesen Treffen
nahmen Don Calogero Di Gregorio und Luigina Ciaramella teil.
Am Schluss der Feier gab es Bonbons für alle Kleinen (Luigina
Ciaramella, Regionalpräsidentin ADMA).
TURIN-VALDOCCO,
ADMA PRIMARIA - WEIHNACHTLICHER BESINNUNGSTAG -
Am 11. Dezember 2011 fand in
Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ein Besinnungstag mit etwa
200 Mitgliedern und 40 Kinder und Jugendliche statt. Am Vormittag
wurde das neue Heft Maria Ausiliatrice "Die Wundertaten
der Muttergottes" von Don Roberto Carelli vorgestellt, der
sehr anschaulich Maria als "Aquädukt des Paradieses"
bezeichnete. Ausgehend von der Maria-Hilf-Verehrung Don Boscos,
erzieht sie uns zur Verteidigung unseres Glaubens und zeigt uns
die Schönheit und das Zeugnis des Glaubens auf. Am Nachmittag
erläuterte Don Pierluigi Cameroni das Hochaltargemälde
von Lorenzone, so wie es in der Dezemberausgabe von ADMAonline
beschrieben ist. Es war ein ergreifender Moment der allen den
geistlichen und charismatischen Reichtum dieses Bildes eröffnet
hat, das von Don Bosco in Auftrag gegeben wurde. Bei der Messe
haben 5 neue Mitglieder ihr ADMA-Versprechen abgelegt.
ARGENTINIEN
- ANKÜNDIGUNG DES 1. NATIONALKONGRESSES VON MARIA AUSILIATRICE.
Mit Datum des 12. Dezember
haben die beiden Salesianerprovinziale von Argentinien P. Angel
Fernandez Artime (ARS) und P. Manuel Cayo (ARN) an alle Gruppen
und Mitglieder der Salesianischen Familie einen Brief geschrieben,
in dem sie die Feier des 1. Nationalkongresses von Maria Ausiliatrice
in Argentinien ankündigten, die vom 21. bis 23. September
2012 im Heiligtum Luján stattfinden wird. In dem Schreiben
erinnerten sie, dass die Muttergottes seit Beginn des Lebens
und der Berufung Don Boscos immer gegenwärtig war und in
außerordentlicher und wunderbarer Weise ihre mütterliche
Fürsorge schenkte und dass ihre schützende Gegenwart
sich im salesianischen Werk fortsetzt. Zusammen mit dem Leitgedanken
2012, der uns einlädt, Don Bosco kennen zu lernen und ihn
nachzuahmen, betonten sie den Sendungsauftrag unseres Lebens
für die Jugendlichen und unterstrichen die Wichtigkeit der
Marienverehrung, die das Leben und das Werk des Jugendapostels
charakterisierte. Bei der Feier dieses Kongresses im Marienheiligtum
empfehlen die Provinziale, sich zu den üblichen Wallfahrtsbedingungen
ins Haus des Vaters zu begeben, um wie Maria Schüler und
Missionare des lebendigen Evangeliums zu sein. Für diesen
Kongress wurde das Thema " Die Jungfrau im Leben Don Boscos:
ihre Gegenwart, ihre Hilfe und ihre Verehrung". Sie verbinden
damit die Hoffnung, dass im Haus der Jungfrau Maria die Liebe
und die marianische Verehrung vertieft werden, die ja ein Wesensmerkmal
der Spiritualität und des salesianischen Charismas ist,
damit alle in ihrem apostolischen Eifer und persönlichen
Heiligkeit wachsen, damit sie Don Bosco und den ersten Salesianern
ähnlich werden, die diese Verehrung begründeten und
lehrten, dass Maria die Helferin ist, zu allen Zeiten und für
die ganze Kirche.
CORDOBA
(ARGENTINIEN) -
Am 12. Dezember 2012 haben
die Mitglieder von ADMA im Institut Pius X. in Cordoba, in dem
der geistliche Leiter P. Josè Cuesta arbeitet, den neuen
Lokalrat gewählt: Myriam Giuliano De Pinotti (Präsidentin);
Gloria Beatriz Acosta De Sotti (Vizepräsidentin); Silvia
Beatriz Garay (Sekretärin); Delia Claria de Buteler (Schatzmeisterin).
Wir wünschen eine gute Arbeit mit Hilfe von Maria Ausiliatrice!
VII. WELTKONGRESS
FÜR DIE FAMILIEN (MAILAND, 30. MAI BIS 3. JUNI 2012) -
"Man kann die Jugendpastoral
nicht wirksam ausüben, wenn sie nicht mit der Familienpastoral
vereint ist. Die Familien und jungen Ehepaare, die unter der
Leitung Mariens einen Lebensweg der Bildung und des Gebetes teilen,
sind wirklich ein Geschenk der Vorsehung von Maria Ausiliatrice,
die Sorge trägt für die neuen Generationen". Mit
diesen Worten übertrug der Generalobere zum Abschluss des
VII. Internationalen Kongresses Maria Ausiliatrice unserer Vereinigung
die Sorge für die Familien und für die Jugendlichen.
I
n unseren Leitlinien 2012 haben
wir dies zum Ziel für unsere Vereinigung gesetzt zusammen
mit der Bewahrung unseres Glaubens, die heute notwendiger ist
denn je und die Maria als Mutter und Lehrmeisterin der Erziehung
sieht. Für die Familie heißt das, Maria ins eigene
Haus aufzunehmen. Die Marienverehrung und die Eucharistie sind
zentrale Säulen auf dem Glaubensweg und in der Erziehungsarbeit
sowohl für die Ehepaare wie auch in der Erziehung der Kinder,
wie auch in der Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft. Aus
diesem Anlass haben wir uns entschieden, am kirchlichen Ereignis
des VII. Weltkongresses für die Familien teilzunehmen, der
2012 in Mailand stattfinden wird. Eine erste Möglichkeit
ist, uns Zeit zu nehmen für das Internationale Familientreffen.
Es scheint uns angebracht zu sein, den teilnehmenden Familien
des Kongresses unsere Form zu präsentieren, wie wir den
christlichen Glauben im Alltag verwirklichen. Wir wollen unseren
Auftrag wahrnehmen und dort präsent sein.
Am 3. Juni mögen sich
die italienischen Familien und die einzelnen Gruppen der Salesianischen
Familie auf dem Gebiet der Familienpastoral vorstellen. Papst
Benedikt XVI. erinnert uns: "Die neue Evangelisierung hängt
zum großen Teil von der Hauskirche ab. Wie schon in der
Vergangenheit scheint auch in unserer Epoche die Gottesfinsternis
mit der Verbreitung falscher Familienbilder und der Entwürdigung
der Sexualethik einherzugehen. Da die Gottesfinsternis und die
Krise der Familie ineinander gehen, ist die Neuevangelisierung
untrennbar mit der christlichen Familie verbunden. Die Familie
ist das Leben der Kirche, denn sie bietet "den menschlichen
Raum" zur Begegnung mit Christus. Die Ehepaare "empfangen
nicht nur die Liebe Christi, sondern sind auch aufgerufen diese
Liebe Christi weiterzugeben"
Dies sind die Bereiche,
die in besonderer Weise für die christliche Familie in Zusammenarbeit
mit den Priestern und unter der Leitung der Bischöfe wichtig
sind: Die Erziehung der Kinder, der Heranwachsenden und der Jugendlichen
zur Liebe als Geschenk für sich und die Gemeinschaft; die
Vorbereitung der Verlobten zum Eheleben auf dem Weg des Glaubens;
die Formung der Ehepaare, vor allem der jungen; die Mitverantwortung
im caritativen, erzieherischen und bürgerlichen Bereich;
die Familienpastoral für die Familien, die das ganze Leben
umspannt, die Zeit der Arbeit und die Zeit des Festes" (Botschaft
zur Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Familien,
1. Dezember 2011).